Er sagt, was halal ist

Jawad Alzeer hat einen besonderen Stempel, einen Halal-Stempel. Der 56-jährige Dübendorfer untersucht im Auftrag von Privatunternehmen, ob deren Waren halal, also «erlaubt» sind: Entspricht das Produkt den Standards, die der Islam für Halal-Produkte vorschreibt, bekommt es Alzeers Gütesiegel. So erkennt der künftige Käufer, welches Produkt er kaufen darf, damit er die religiösen Regeln nicht verletzt.

Halal wird vom Laien in erster Linie mit einer bestimmten Sorte von Fleisch respektive einer bestimmten Weise des Schlachtens assoziiert. Dieser Vorstellung nach darf der gläubige Muslim kein Schweinefleisch konsumieren und grundsätzlich nur Fleisch essen, das durch Schächtung getötet wurde.

Alzeer hat seine Zertifizierungs-Firma erst gerade gegründet. Der Mann mit der weichen Stimme, der sich immer wieder für sein «schlechtes Deutsch» entschuldigt, weiss aber, dass die Debatte um das Halal-Fleiasch im europäischen Raum emotional geführt wird. Er betont, dass die Produkte, die er verifiziert, nicht in der Schweiz, sondern nur in muslimischen Ländern verkauft werden. Und damit er gar nicht erst in religiöse Diskussionen verwickelt wird, will er sein Halal-Gütesiegel nur auf vegetarische Produkte anwenden.

Für ihn ist das kein sinnloses Unterfangen. Denn auch bei vegetarischen Waren könne es vorkommen, dass sie nicht ganz rein seien: «Bei Milch hat man zum Beispiel schon einmal Spuren von Fleisch gefunden», berichtet Alzeer. Auch wenn es selten vorkomme, könne auch solche Ware beim Produktionsprozess mit Fleisch-Rückständen kontaminiert werden.

Alzeer glaubt eine Nische im Markt entdeckt zu haben. Länder wie Malaysia und Indonesien hätten strenge Importvorschriften für Esswaren. Die Zöllner würden eingeführte Esswaren stichprobenartig herauspicken und auf Halal-Tauglichkeit untersuchen. Und wenn sie bei einem Produkt eine Verletzung der religiösen Richtlinien feststellen würden, könne das für die verantwortlichen Unternehmen sehr teuer werden.

«Wissen die Unternehmer aber, dass ein Produkt nach schweizerischem Standard geprüft ist, haben sie mehr Vertrauen.» In Alzeers Fall bedeutet das, dass er als Schweizer Forscher eine Garantie für das geprüfte Produkt abgibt. Er arbeitet als Chemiker an der Universität Zürich am Institut für Organische Chemie.

Und so ist der Mann mit palästinensischen Wurzeln auch zu seiner Geschäftsidee gekommen. Alzeer versucht Krebsmedikamente zu entwickeln, die bei den Patienten weniger Nebenwirkungen auslösen als bisherige Mittel. Alzeer hat festgestellt, dass Medikamente gezielter und besser wirken, wenn sie auf die spezifische «Lebenswelt» des Patienten eingestellt sind. Alzeer erklärt es so: «Viele Patienten glauben an etwas. Wir wollen ein Medikament entwickeln, das sich diesen Glauben zunutze macht.»

Mit «Glaube» meint er nicht nur, dass eine Therapie bei religiösen Menschen besser funktionieren kann, weil diese in ihrem Glauben zusätzliche Kraft schöpfen. Alzeer denkt auch an ganz konkrete Regeln, denen sich ein Mensch verschrieben hat: Dem Veganer geht es besser, wenn er auf tierische Produkte verzichtet, der Muslim isst kein Schweinefleisch, der Europäer gemeinhin keine Hunde. Alzeer sieht in folgendem Beispiel einen Beweis, dass seine Theorie richtig ist: «Mache ich für einen Europäer einen feinen Braten, geniesst er ihn – er ist glücklich. Sage ich ihm nach dem Essen aber, dass er gerade einen Hund gegessen hat, geht es ihm plötzlich sehr schlecht.» Die negative Stimmung könne sich bis auf das Immunsystem auswirken und dieses gar schwächen.

Umgekehrt könne man diesen Effekt im Positiven nutzen. Heisst: Für Menschen aus dem arabischen Raum gibt es Halal zertifizierte Medikamente, für Veganer ein pflanzliches Gütesiegel.    

Einmal die Seite wechseln und in staatlichem Auftrag Halal-Metzgereien daraufhin zu kontrollieren, ob sie ihr Fleisch in Übereinstimmung mit den legalen Richtlinien vertreiben, will er nicht. Selbst richtet er sich nach dem Halal-Standard. Extreme Regelbefolgung liege ihm aber fern, sagt er. Er beruft sich wieder auf seine Lebesstil-Theorie: Jeder Lebenseinstellung habe ihre Berechtigung. Und dass sie bei ihm gerade Halal sei, liege einzig daran, dass er in einem muslimischen Kulturkreis aufgewachsen sei.

Ethanol Halal Status

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Halal status of ethanol

The word Khamr (alcoholic beverage), fermented fruits, was described in Quran 4 times; Alkhamr refers to the solution, which is produced from fruits or any natural sugar source by anaerobic fermentation and potentially could be used or lead to intoxication. The main ingredient of Alkhamer is ethanol, which is the chemical substance responsible for intoxication, the physiological state induced by the ingestion of ethanol where a person usually becomes pleasantly relaxed, with an easing of tension and anxieties. The control centre in the brain becomes less active, and inhibitory centre is less efficient and may lead to mild euphoria, talkativeness, decreased attention, and impaired judgment.